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NRW reformiert Online-Casino-Regeln mit neuem Vergabeverfahren für Konzessionen

Iris Richter · Aug 1, 2026

NRW reformiert Online-Casino-Regeln mit neuem Vergabeverfahren für Konzessionen

Blick auf den Landtag Nordrhein-Westfalen während einer Sitzung zu Glücksspielgesetzen

Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Online-Casino-Glücksspielgesetzes von 2022 vorgelegt, der das Bundesglücksspielstaatsvertrag 2021 umsetzt und bis zu fünf Konzessionen für Online-Casino-Spiele über ein formales Ausschreibungsverfahren vergibt. Das Verfahren ersetzt das bisherige Verwaltungsverfahren und schafft neue Vorgaben für die Autorisierung von Dienstleistern, darunter Live-Dealer-Streams aus gemeinsamen Räumlichkeiten. Gleichzeitig erweitert der Entwurf die regulatorischen Befugnisse des Innenministeriums des Landes.

Der Entwurf passierte im Juli 2026 die erste Lesung und erhielt eine Empfehlung des zuständigen Ausschusses. Beobachter vermerken, dass die Änderungen private Betreiber ermöglichen sollen, während wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die hohen Kosten für Live-Übertragungen berücksichtigt werden. Die Ausschreibung für die Lizenzen soll kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes starten.

Hintergründe zum bestehenden Rechtsrahmen

Das Online-Casino-Glücksspielgesetz Nordrhein-Westfalens aus dem Jahr 2022 bildet die landesrechtliche Grundlage für die Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Es regelt die Erlaubnis von Online-Casino-Spielen und setzt bundesweit einheitliche Standards für den Spielerschutz sowie für die Kontrolle der Anbieter um. Der nun vorliegende Änderungsentwurf reagiert auf praktische Herausforderungen bei der Umsetzung und passt die Vergabepraxis an veränderte Marktbedingungen an.

Experten weisen darauf hin, dass die bisherige Verwaltungsprozedur durch ein wettbewerbsorientiertes Beschaffungsverfahren ersetzt wird. Dieses Verfahren soll die Auswahl der bis zu fünf Konzessionsinhaber transparenter und effizienter gestalten. Gleichzeitig werden neue Regelungen für Service-Provider eingeführt, die Live-Dealer-Streams aus gemeinsam genutzten Studios ermöglichen.

Neue Vergabepraxis und Lizenzvergabe

Das Kernstück des Entwurfs bildet die Umstellung der Konzessionsvergabe auf ein formales Ausschreibungsverfahren. Bis zu fünf Betreiber können künftig Lizenzen für Online-Casino-Spiele erhalten. Die Ausschreibung soll unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Änderungsgesetzes veröffentlicht werden. Dadurch erhalten interessierte Unternehmen klare Fristen und Kriterien, nach denen sie ihre Angebote einreichen können.

Das Innenministerium Nordrhein-Westfalens erhält durch die Novelle erweiterte Aufsichtsbefugnisse. Es kann künftig detailliertere Vorgaben für die technische und organisatorische Ausgestaltung der Angebote machen sowie die Einhaltung der Spielerschutzvorgaben strenger überwachen. Behördenvertreter erklären, dass diese Kompetenzen notwendig seien, um den Anforderungen des Bundesstaatsvertrags gerecht zu werden.

Digitale Darstellung eines Online-Casino-Tisches mit Live-Dealer-Streaming-Technik

Regelungen für Dienstleister und Live-Streaming

Neben der Konzessionsvergabe enthält der Entwurf auch Vorschriften zur Autorisierung von Dienstleistern. Betreiber dürfen Live-Dealer-Streams künftig aus gemeinsam genutzten Studios beziehen, sofern bestimmte Sicherheits- und Kontrollstandards eingehalten werden. Diese Regelung soll die hohen Produktionskosten für Live-Übertragungen senken und gleichzeitig die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben gewährleisten.

Die wirtschaftlichen Realitäten des Marktes spielen bei der Ausgestaltung der neuen Bestimmungen eine zentrale Rolle. Hohe Kosten für eigene Live-Studios haben bisher manche Anbieter daran gehindert, umfassende Live-Angebote bereitzustellen. Durch die Möglichkeit gemeinsamer Studios können mehrere Konzessionsinhaber auf dieselbe technische Infrastruktur zurückgreifen und gleichzeitig die Anforderungen an Datenschutz und Spielerschutz erfüllen.

Zeitlicher Ablauf und weitere Schritte

Nach der ersten Lesung im Juli 2026 und der Ausschussempfehlung steht die zweite und dritte Lesung im Landtag noch aus. Sobald das Änderungsgesetz verabschiedet und verkündet ist, kann das Innenministerium die Ausschreibungsunterlagen fertigstellen und veröffentlichen. Interessierte Unternehmen erhalten dann eine festgelegte Frist zur Abgabe ihrer Bewerbungen.

Der Entwurf trägt die Bezeichnung „Draft bill to amend the NRW Online Gambling Act (MMD18-18505)“ und liegt als öffentliches Dokument vor. In den kommenden Monaten werden weitere Beratungen im Parlament erwartet, bevor das Gesetz endgültig in Kraft treten kann.

Conclusion

Die geplanten Änderungen im Online-Casino-Glücksspielgesetz Nordrhein-Westfalens passen den bestehenden Rechtsrahmen an aktuelle Markterfordernisse an. Durch das neue Ausschreibungsverfahren, die erweiterten Befugnisse des Innenministeriums und die Regelungen für gemeinsame Live-Studios entsteht ein klarer und wettbewerbsfähiger Rahmen für bis zu fünf Konzessionsinhaber. Die weitere parlamentarische Behandlung wird zeigen, wie schnell die Ausschreibung tatsächlich starten kann.